Visionen eines jungen Holzbauers
Holzbau Saurer steht heute als Synonym für Qualität, Innovation und Traditionsbewusstsein im modernen Holzbau. Doch der Weg dorthin war geprägt von Visionen, harter Arbeit und dem unermüdlichen Einsatz der Familie Saurer.
Die Geschichte von Herbert Saurer begann bescheiden: Er wuchs in Elbigenalp auf und absolvierte seine Ausbildung an der HTL in Mödling. Zurück in seiner Heimat Tirol startete er seine berufliche Laufbahn bei der Holzindustrie Fritz in Reutte, wo er schnell zum Betriebsleiter aufstieg. Doch nicht nur der Beruf hielt ihn in Reutte – auch die Liebe: Am 15. Oktober 1955 heiratete er Margarethe Fritz, die Tochter seines Arbeitgebers.
Die Gründung von Holzbau Saurer: Ein Unternehmen entsteht
Angetrieben von Leidenschaft und Innovation: Holzbau Saurer entsteht
1963 gründete Herbert Saurer gemeinsam mit seiner Frau Margarethe das Unternehmen Holzbau Saurer – angetrieben von seiner Leidenschaft für Holz und Innovation. Von Anfang an war klar: Das Unternehmen sollte nicht nur auf Tradition bauen, sondern stets an der Spitze technologischer Entwicklungen im Holzbau stehen. Bereits in den 60er-Jahren modernisierte Herbert das Sägewerk und machte es zu einer der modernsten Anlagen Tirols. Seine Arbeit mündete in beeindruckende Projekte wie die erste Großliftanlage im Tannheimer Tal, den Rohnenlift.
Ein Leben für das Gemeinwohl: Herbert Saurer als öffentliche Persönlichkeit
Auch außerhalb des Unternehmens engagierte sich Herbert Saurer stark für seine Heimat. Als Gemeinderat, Wirtschaftskammer-Obmann und Innungsmeister setzte er sich stets für das Gemeinwohl ein – oft weit über das Erwartbare hinaus. Seine Integrität und sein Einsatz hinterließen bleibende Spuren in der Region. Tragischerweise verstarb er jedoch viel zu früh an einem plötzlichen Herztod.
Margarethe Saurer: Die starke Frau hinter dem Erfolg
Nach Herberts Tod übernahm Margarethe Saurer die Leitung des Unternehmens. Sie bewies sich nicht nur als herausragende Geschäftsfrau, sondern meisterte gleichzeitig ihre Rolle als Mutter von fünf Kindern. Mit ihrem Fachwissen in Buchhaltung und Rechnungswesen hielt sie den Betrieb stabil und wuchs mit den Herausforderungen des Unternehmens. Oft stellte sie sicher, dass Herbert den Rücken frei hatte – und ihre Arbeit war entscheidend für das weitere Wachstum und den Erfolg von Holzbau Saurer.
Die zweite Generation: Wolfgang und Manfred übernehmen
Eine neue Ära beginnt
Mit dem Eintritt ihrer Söhne Wolfgang und Manfred begann für Holzbau Saurer eine aufregende neue Phase. Sie brachten frische Ideen, Tatkraft und einen unerschütterlichen Innovationsgeist mit. Besonders das Vorantreiben der Element-Vorfertigung erwies sich als richtungsweisend, da es den Grundstein für zahlreiche Folgeprojekte legte und das Unternehmen sowohl technisch als auch strategisch weiterentwickelte.
Wachstum trotz Herausforderungen
Die folgenden Jahrzehnte waren von Herausforderungen geprägt, doch jeder Schritt eröffnete neue Chancen. Holzbau Saurer wuchs stetig – nicht nur in Österreich, sondern zunehmend auch international. Dabei blieb das Unternehmen seinen Werten und Traditionen stets treu. Besonders stolz ist die Firma auf die langjährigen Partnerschaften und die beeindruckenden Großprojekte, die unter der Führung der Familie Saurer realisiert wurden.
Technologischer Meilenstein: Die Lignamatic
1991 übernahmen Wolfgang und Manfred die Geschäftsführung von ihren Eltern. Bereits zwei Jahre später, 1993, markierte die Anschaffung der Lignamatic – eines hochmodernen 5-Achs-Roboters – einen wichtigen Meilenstein. Diese Investition eröffnete neue Möglichkeiten für komplexe Bauvorhaben. Durch die präzise, automatisierte Fertigung mit 16 Werkzeugstationen konnten zudem alte, traditionelle Holzverbindungen wieder genutzt werden, die zuvor aus Kostengründen händisch kaum realisierbar waren. Die Kombination aus handwerklichem Wissen und moderner Technik machte Holzbau Saurer damit zu einem Vorreiter im zeitgemäßen Holzbau.
„Geht nicht gibt’s nicht“ dieser Leitspruch begleitete die beiden Geschäftsführer und öffnete oft den Weg zu Projekten, die damals kaum dem klassischen Holzbau zugeordnet wurden. Ein Beispiel dafür ist die Großsporthalle in Reutte von 1994, die ursprünglich in Stahl geplant war. Auch das Sportzentrum in Telfs zählt dazu, mit dem beeindruckenden Highlight einer frei gespannten Kuppel von rund 70 × 50 Metern. Dank solcher visionären Projekte wurden die Außerferner Holzbauer nicht nur im Inland, sondern zunehmend auch im Ausland wahrgenommen.
Anlässlich des Tiroler Wirtschaftsforums 2006 wurde der damalige CEO von Aston Martin, Dr. Ulrich Bez, von uns kontaktiert. Schnell stand die Frage im Raum: Trauen wir uns zu, das neue Design Center in Gaydon, UK, als Generalunternehmer umzusetzen? Wir entschieden uns dafür – und stellten uns den zahlreichen Herausforderungen.
Am Ende war das Projekt erfolgreich abgeschlossen. Bei der Einweihungsfeier, die ganz im Stil von James Bond gestaltet war, konnten wir nur zufriedene und strahlende Gesichter wahrnehmen.
Krisen meistern, Chancen nutzen
Trotz zahlreicher erfolgreicher Leuchtturmprojekte war der Weg nie frei von Rückschlägen. So brachte etwa die Finanzkrise 2008/2009 viele bereits beauftragte Bauvorhaben ins Stocken. Diese Ereignisse lagen außerhalb unseres Einflussbereichs, und dennoch mussten wir die Situation selbst meistern.
Auch in den letzten Jahren wiederholten sich solche Ausnahmesituationen: Corona, Rohstoffkrisen, Inflation, steigende Zinsen und drohende Rezession stellten uns immer wieder vor große Herausforderungen. In solchen extremen Zeiten bedarf es größter Kraftanstrengungen aller Mitarbeitenden, um die Verpflichtungen des Unternehmens zu erfüllen und den Mut nicht zu verlieren.
Gleichzeitig bieten Krisen auch Chancen. Wer sie meistert, gewinnt Zuversicht und Optimismus für zukünftige Aufgaben. Viele Vorzeigeprojekte, auch in der unmittelbaren Heimat – etwa bei Plansee, Ceratizit, Autohaus Schweiger, Multivac und Egger Holz – zeigten, dass das Vertrauen in unsere Leistungsfähigkeit und Innovationskraft ungebrochen blieb.
Die Zukunft von Holzbau Saurer: Neue Generation, gleiche Werte
Heute, nach fast 60 Jahren, ist Holzbau Saurer in der dritten Generation angekommen. Florian Saurer und Franz Peter Angerer führen das Unternehmen mit dem gleichen Engagement und der gleichen Leidenschaft weiter, die Herbert und Margarethe Saurer einst prägten. Dabei haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, sowohl die Tradition als auch den Esprit ihrer Vorgänger zu bewahren und gleichzeitig neue Ideen und Visionen in das Unternehmen einzubringen.
Ein Unternehmen mit Wurzeln und Visionen
Holzbau Saurer bleibt ein Leuchtturm im Holzbau – ein Unternehmen, das sich durch Detailverliebtheit, Innovationsgeist und tief verwurzelte Werte auszeichnet. Unsere Geschichte zeigt, dass es um mehr geht als nur den Bau von Häusern. Vielmehr schaffen wir Lebensräume, die Generationen überdauern.
Genau das macht Holzbau Saurer zu dem, was es heute ist: ein Unternehmen mit einer stolzen Vergangenheit und einer noch größeren Zukunft.


